Victor Ogrisegg (1937-1985)

In seinen eigenen Worten


Am 16. April 1937 wurde ich in Minihof-Liebau, Burgenland, als Sohn des Finanzbeamten Rudolf Ogrisegg, geboren.

Die Volks- und Hauptschule schloß ich in Graz ab und besuchte danach die Bulme (Höhere technische Bundeslehr - und Versuchsanstalt Graz - Gösting). Nach 2 jährigem Elektrotechnikstudium zeigte ich mehr Interesse für das Kunstfach. 

1953 trat ich in die Kunstgewerbeschule ein. In Wien studierte ich nach deren Absolvierung, bei Prof. Sergius Pauser, Prof. Martin, Prof. Herbert Boeckl, C.L. Martin und Prof. Albert Paris Güthersloh Malerei, wo ich 1961 den Begabten- Preis bekam und 1962 das Diplom.

Während den Sommermonaten war ich als Ferialerzieher der Caritas tätig.

Erst 1963 leistete ich meinen Präsenzdienst beim Bundesheer.

Die Fakten


1962- Diplom für Malerei bei A.P. Gütersloh.

Freischaffend als Maler und Graphiker, Gebrauchsgraphiker, Schriftgestalter und Dekorateur.

Ab 1964 an öffentlichen und privaten Gymnasien als Prof. für Kunst und Werken tätig.

Ausstellungen in Österreich-Graz-Linz-Wien und im Burgenland

Werke im privaten und öffentlichen Besitz- Inland und Ausland.

 

Als Professor für Bildnerische Erziehung tätig: letzte Schule BRG V Reinprechtsdorferstraße 24, 1050 Wien.

 

 

Am 23. April 1985 verstarb Viktor Rudolf Ogrisegg an Herzversagen.

In meinen Worten


Was kann ich über meinen Vater erzählen ? Ich vermisse meine Eltern jeden Tag. Mein Papa war mir ein guter Vater, er gab mir von Anfang an die Möglichkeit mich in der Welt der Kreativität zu verlieren. Meine unzähligen Bunt-, Filz- und Wasserfarben mit den verschiedene Papieren, Kartons und Zetteln zeugten von dem Chaos, welches ab und an in unserem Haushalt herrschte. Die Zeit welche wir gemeinsam nebeneinander sitzend „unsere“ Werke verfassten sind ewig her und oft drohen sie zu verschwimmen, aber doch denke ich sehr oft daran. Ich hätte aufmerksamer sein sollen, was mir mein Vater auf den Weg mitgeben wollte, aber wer vermutet schon mit 10 Jahren, dass ich meinen Vater bald nicht mehr fragen könnte ? 

Papa war ein liebevoller Vater, er war gerne Lehrer und er war ein aufgeschlossener, unterhaltsamer Mensch.

Natürlich sind diese kleinen Rückblicke an jene Tage mit meinen Eltern unter einem Schleier der von Kitsch zeugt nicht ganz frei. Ich kann heute mit voller Überzeugung sagen, das meine Kindheit was mein Familienleben betrifft glücklich und harmonisch war, da ich mich von meinen Eltern zu jedem Zeitpunkt ihres Daseins immer geliebt und ja auch verstanden gefühlt habe. 

Mein Vater war in jungen Jahren begeisterter Skifahrer (wo er sich nicht nur einmal verletzte). Ski Rennen und Ski Springen schauen gehörten alle Winter zu einem Fixpunkt und dienten zur Zerstreuung vom Lehreralltag. Wir hatten immer ein großes Fernsehgerät und recht früh Telekabel (vielleicht auch weil sich meine Eltern übers „gemeinsame Fernsehen“ kennen gelernt haben- sagt die Legend…) Nichtsdestotrotz wurde mir oft vorgelesen und so meine Neugier auf Bücher geweckt. Wenn wir ein Zimmer mehr gehabt hätten wäre es sicher eine Bibliothek geworden. 

Ein begeisterter Fotograf war er. (was hätte er heute zu Digitalfotos und Mobiltelefone mit Fotofunktion und Selfies gesagt?) 

Und nein ich war nicht das hässlichste Baby/Kind der Welt :O)

Sein Vater (Rudolf Ogrisegg) war sehr stolz, dass er endlich sein Studium abgeschlossen hatte und sich nach langer innerer Überzeugungsarbeit doch noch entschlossen einen ehrbaren Beruf auszuüben- er wurde also Zeichen-Lehrer (Professor um genau zu sein). 

Als Lehrer organisierte er gerne Landschultage und Tagesausflüge für und mit seinen Schülern. 

Er erstellte eigene kleine Unterrichtsmaterialen um seinen Schülern in seinem Unterrichtsfach: Zeichen, Malen und Werken,  Kunstgeschichte näher zu bringen. Er wollte unbedingt ein Buch über das Thema Farblehre schreiben und brauchte dafür viele viele Farbkopien, die pro Seite zum damaligen Zeitpunkt 20 Schilling (ca. 1,45€) kostet und bis zu 5 Minuten brauchten gemacht zu werden- ja, das war noch 1984. Meine Mutter, war zu diesem Zwecke oft in das Kopiergeschäft gelaufen und verbrachte ganze Vormittage damit diese Mappen und Farbkopien anfertigen zu lassen. Für ganz kurze Zeit hatten wir auch einen kleinen s/w Kopierer für den man nur ein ganz bestimmtes teures Papier verwenden durfte. Das Geräte wurde bald wieder entsorgt, war dies doch fürchterlich unwirtschaftlich. (was hätte mein Vater heute eine Freude mit Druckern und 24 Stunden Kopieranstalten ?)

Diese kleine Gedächtnisausstellung zu organisieren, gestalten und zu präsentieren war viel Arbeit, aber ich wußte recht früh, dass ich es sein werde die es machen muss und ich versuchte es mit dem Respekt und der Liebe die ich meinen Eltern schulde zu machen.

Ich hoffe die Menschen die ihn kannten können sich im Guten an ihn erinnern und die welche „nur“ seine Bilder nun endlich (wieder) sehen dürfen sehen dass er ein großartiger, kreativer und phantastischer Mensch war. 

Begleiten Sie mich auf diese spannende Reise in die Vergangenheit.